Sonntag, 12. Juli 2009

Schlaue Maus

Wie konnte das passieren?
Ich weiß es auch nicht so genau.
Schon in den Tagen nach Nannis plötzlicher Krankheit zog sich das durch die ganze Gruppe. Immer wieder hat jemand anderes gehustet. Nach und nach haben sie also alle das Antibiotikum erhalten, außerdem energiereiches Futter und eine Vitaminpaste habe ich auch noch besorgt.
Vor fünf Tagen hatte ich mir um Fail ernsthafte Sorgen gemacht, weil auch sie auf einmal richtig krank aussah.
Im Gegensatz zu Nanni hat sie sich zwar nicht umgehend erholt, aber ihr Zustand verschlechterte sich nicht. Sie zeigte keine Anzeichen von Schmerzen oder sonstigen Beeinträchtigungen.
Da man bei Mäusen fast nur Symptome behandeln kann, habe ich ihr den Stress zum Tierarzt zu gehen erspart. Sie aß und trank, hatte keine Probleme beim Atmen. Was hätte der tun sollen, außer festzustellen, dass sie krank aussieht.
Aber meine Hoffnung, dass das Antibiotikum anschlägt, haben sich leider nicht erfüllt.
Und es tut mir vor allem leid, dass ich schlief als sich ihr Zustand verschlechtert hat. Ich hätte ihr das Leiden gerne erspart und sie erlösen lassen.

Ganz ihrem Instinkt nach, hat sich die Kleine noch aus dem Nest geschleppt, damit ihr toter Körper keine Fressfeinde anzieht.
Schlaue Maus.

Samstag, 11. Juli 2009

Mors nec bonum nec malum est



"Der Tod ist weder gut noch böse."
Lucius Annaeus Seneca


Sonntag, 5. Juli 2009

"Medizin darf nicht schmecken, ...

... sonst hilft sie nicht."
Hat mein Papa zumindest immer gesagt.

Genauso ist es auch mit dem Antibiotikum, dass ich Nanni gerade gebe. Es schmeckt bitter und wird deshalb nicht gerne genommen. Aber man kann sich da einiger Tricks bedienen um das Medikament in die Maus zu bekommen.

Gerade habe ich Nanni verschlafen in einem Heuberg gefunden und ihr einfach eine Sahne-Zucker-Medizin-Mischung auf einem Löffel vor die Nase gehalten. Sie hat alles abgeleckt und weiter geschlafen. Das ist natürlich der Idealfall, da es kaum Stress für das Tier bedeutet und der eigentlich ungesunde Zucker in dieser kritischen Phase ihr hilft bei Kräften zu bleiben.

Falls das nicht klappt, kann man sie auch in eine Transportbox setzen und den Löffel hineinlegen. So habe ich es gestern Abend bei unsere Rückkehr gemacht. Nach ein paar Minuten Ruhe hat sie es sich dann auch schmecken lassen.

Aber auch das muss nicht funktionieren. Besonders wenn das Tier nichts mehr frisst, muss man sich anderweitig helfen. Den Putzdrang von Farbmäusen kann man da wunderbar ausnutzen, indem man das Medikament seitlich ins Fell schmiert und sie in eine Transportbox ohne Einstreu setzt. Nach ein paar Minuten wird sie sich den "Dreck" aus den Fell lecken und schon ist die Medizin in der Maus. Aber manchmal hilft auch das nichts. Gestern Abend hatte ich Nanni als Erste-Hilfe-Maßnahme einen Tropfen Zuckerwasser ins Fell geschmiert, damit sie Flüssigkeit und Energie aufnimmt. Aber auch eine Stunde später war an dieser Stelle nur ein verklebter Fleck zusehen. Sie hatte also nicht einmal die Kraft sich zu säubern.

Dann und nur dann würde ich es in Betracht ziehen die geschwächte Maus auf die Hand zu legen und ihr das Medikament vorsichtig ins Maul zu spritzen. Wehren wird sie sich in diesem Zustand eh nicht und man muss nur aufpassen, dass sie sich nicht am Medikament verschluckt.
Und weil das eben einfacher gesagt als getan ist, verzichte ich wann immer möglich auf diese Methode.

Achso, der aktuelle Stand der Dinge:
Nanni sieht äußerlich gesund aus, frisst und trinkt. Aber sie knattert beim Atmen wie ein kleines Mofa.
Ich bin guter Dinge.

Aufatmen

Vielleicht ist es die Angst wieder zum Tierarzt zu müssen oder die vertraute Umgebung oder die angenehmeren Temperaturen. Vielleicht wirkt auch das Medikament schon. Wahrscheinlich liegt es aber am vielen Zucker (Kohlenhydrate, Sahne etc.) den ich ihr im Laufe des Abends einverleibt habe.

Jedenfalls ist Nanni putzmunter. Sie hat sich ausgiebig geputzt, denn ihr Fell glänzt nun wieder, sie frisst Körner und trinkt. Ein wenig wackelig wirkt sie noch, aber das hindert sie nicht daran von einer Futterstelle zur nächsten und wieder zurück zu rennen. Ihre Atmung rasselt zwar, aber ich habe nun Hoffnung, dass sie es solange schafft bis das Medikament sie heilt.

Samstagabend, war ja klar...

Da geht man schnell nochmal für eine Stunde aus dem Haus und wirft bei der Rückkehr einen kurzen Blick in den Käfig und dann das:

Nanni lag völlig fertig mitten im Käfig und hat alle Sekunde mal nach Luft geschnappt. Sie hat sich anfassen lassen, nichts getrunken oder gefressen und war total apathisch.

Sowas passiert nie dienstags um 9 Uhr. Nie!
2 Stunden, einige Telefonate und Recherchen im Internet später saßen wir dann in der Kleintierklinik mit einem 20-kg-Kater, der nichts fraß, einem Kater, der aus dem 4. Stock gesprungen war und einem sterbenden Meerschweinchen.
Achso, Piena ist auch mitgekommen, damit Nanni nicht auch noch einsam ist, bei all den Qualen.

Aber von Qualen war dem Tierchen beim ganzen Stress absolut nichts anzusehen. Da Mäuse Beutetiere sind, lassen sie sich im Angesicht des Feindes nämlich keine Schwäche ansehen. Die beiden tollten somit 2 Stunden fröhlich durch die Transportbox, wobei man Nanni ihren Zustand dennoch anmerkte.
Ihr Fell war ganz struppig, sie hat schwer geatmet und sich immer hingelegt wenn es um sie herum ruhiger wurde.
Die rasselnde Atmung verriet mir dann auch schnell, das es wohl ein Atemwegsinfekt ist und kein Hitzschlag, wie im ersten Moment vermutet.

Der Tierarzt war sehr nett, aber von Mäusen hatte er keine Ahnung. Naja, man kann ja nicht alles haben. Er hat sich Symptome, Alter und Gewicht nennen lassen und mir dann ein Antibiotikum mitgegeben. Da Nanni sonst fit und nicht dehydriert war, haben wir einstimmig auf eine aufbauende Spritze verzichtet.
Darauf, dass er das Antibiotikum spritzt, habe ich auch dankend verzichtet (und er war sichtlich erleichtert). Die erste Dosis hat sie also gleich hier in der Tansportbox bekommen.
Seinen "Tipp" das Medikament einfach ins Maul zu spritzen habe ich nicht beherzigt. Das fehlt der kleinen Maus gerade noch und im schlimmsten Fall erstickt sie mir bei diesem Versuch ihr zu helfen.
Ein Löffel mit ein wenig Sahne tut es da auch, denn inzwischen frisst sie ja immerhin wieder.

Achja, gekostet hat uns dieser kleine Ausflug übrigens 21,40 €. Dem Tierarzt war es sogar unangenehm, dass er bei meinem Anruf nicht erwähnt hatte, dass er für die Untersuchung zu Notfallzeiten das Doppelte berechnen muss.
Also einmal ins Kino gehen spare ich mir doch gerne dafür, dass dieses kleine Lebewesen heute Nacht nicht vor meinen Augen qualvoll sterben musste, weil ich keine 20 € für sie übrig hatte.

Nun kann ich nur noch hoffen, dass das Medikament anschlägt und sie es auch schafft. Ich hoffe ihr drückt die Daumen.

Samstag, 4. Juli 2009

Nichts bleibt wie es ist

So, nun möchte ich auch noch erzählen wie es mit der Mäuseburg weitergegangen ist. Wie schon erwähnt, konnte ich die Gruppe nicht in das komplett eingerichtete Gehege setzen und musste sie langsam an die volle Größe gewöhnen.

Auf der Grundebene gestaltete sich das noch recht einfach. Alle ein bis zwei Tage habe ich ein neues Spielzeug oder einen neuen Unterschlupf reingestellt. Es gab zwar immer mal wieder kleine Streitereien um die tollen neuen Sachen, aber es blieb im Rahmen. Keine Maus wurde ausgeschlossen, es kam nicht zu Beißereien und alle schliefen zusammen in einem Nest.

Die nächsten zwei Bilder zeigen also die letzte Einrichtung der untersten Ebene. Hier sieht man oben Ihre Toilette, ganz links in der Ecke ihr Nest und einen großen Tunnel zum durchlaufen und verstecken.


Auch hier ist noch einmal der Tunnel zu sehen, ansonsten noch ein Nachttisch von IKEA, eine zweite Toilette und das Häuschen.


Der nun folgende Schritt hat mir einige Kopfschmerzen bereitet, denn eine neue Ebene konnte ich nicht in kleinen Schritten anbieten, sondern nur komplett. Eine derartige Vergrößerung, kann alle Erfolge der letzten Wochen zunichte machen und für schlimme Revierkämpfe sorgen.
Die 2. Etage hat eine Fläche von 35 x 120 cm und die 3. nur 25 x 120 cm. Erkennbar ist das auf den Fotos an den seitlich angebrachten Kanthölzern auf denen die Ebenen aufliegen. Um die neue Fläche etwas geringer zu halten, habe ich die kleinere Ebene zuerst eingesetzt, übergangsweise in der 2. Etage. Verbunden wurde das mit meiner selbstgebauten Rampe.


Das von den kleinen genagte Loch, zwang mich zu einer weiteren Veränderung. Der Tunnel, der vorher mitten auf der Grundebene stand, wanderte ins linke Eck um die Mäuse daran zu hindern, weiter an der Außenwand zu nagen.


Und nachdem auch dieser Schritt verdaut war, konnten alle Ebenen an ihren geplanten Platz wandern.


Auch das nicht natürlich nicht das Ende. Es fehlt noch eine Menge Inventar und überhaupt hat man an einem selbstgebauten Kägig immer noch was zu verbessern. Aber genau das ist es, was mir daran so große Freude bereitet.
Dennoch bin ich froh, dass die Vergesellschaftung hiermit als abgeschlossen gelten kann und ich mich auch mal wieder ein paar Tage einfach zurücklehnen kann.

Freitag, 3. Juli 2009

Wasser

Mäuse brauchen Wasser!
Immer und überall. Auch auf dem Weg zum Tierarzt oder während der Komplettreinigung des Käfigs. Bei schaukelnden Transporten empfiehlt sich z.B. eine Gurke, als Wasserspender. Ansonsten sind Tränken und Wassernäpfe natürlich das Mittel der Wahl.
Meine Mäuse haben immer ein oder zwei Nippeltränken und je nach Wetterlage, Käfigeinrichtung und aktuellen Befindlichkeiten gibt es zusätzlich noch einen Wassernapf.
Es gibt immer mal Phasen in denen Wassernäpfe bei mir als Toiletten missbraucht werden oder die Kleinen mit besonderer Sorgfalt ihr Nistmaterial zum Einweichen zum Wassernapf tragen. In solchen Fällen verzichte ich dann lieber darauf.


Aktuell wird der Wassernapf gerne genutzt und nicht sonderlich verschmutzt, so dass ich nur einmal am Tag das Wasser erneuern muss.
Ansonsten sind es aber auch alle gewöhnt aus der Nippeltränke zu trinken, gerade bei "neuen" Mäusen sollte man da ein Auge drauf haben.
Auf Tränken sollte man insbesondere zurückgreifen wenn man den ganzen Tag nicht zu Hause ist oder gar für ein bis zwei Tage abwesend. So steht immer frisches Wasser zur verfügung, auch wenn eine Maus in den Wassernapf gepinkelt hat. Ihhh.... ;)

Zu Trinken gibt es bei mir übrigens immer Leitungswasser frisch aus dem Hahn. Mineralwasser steht meist monatelang ab und enthält im Allgeimeinen zu viel Natrium, außerdem ist es teuerer und Sonntagabend schwer zu beschaffen. Da Leitungswasser sehr strengen Kontrollen unterliegt, sehe ich also keinen Grund es nicht zu nutzen.
Aber ich lasse mich natürlich eines besseren belehren.

Von so genanntem Nagertrinkwasser aus dem Zoogeschäft würde ich übrigens Abstand nehmen. Auch diese stehen monatelang im Regal und sie enthalten Zusatzstoffe, die bei einer ausgewogenen Ernährung unnötig sind. Sie können gerade bei solchem Wetter sogar schnell dazu führen, dass sich Bakterien im Wasser entwickeln und den Mäusen somit eher schaden als nützen.

Bei soviel Wasser wäre mir jetzt nach einem großem See vor der Haustür...
Baden im kalten Nass...
Hach...